Oberflächen erstellen

Ohne eine Oberfläche wirken Grafiken, seien es nun Buttons, Rahmen oder dergleichen, auf den Betrachter immer unprofessionell. Solche aber herzustellen ist nicht immer einfach. Die folgenden Beispiele sollen Denkanstösse geben, wie man seine Grafiken verschönern könnte.

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die groben Pinselstriche


Holz
Schritt 1) Öffnen Sie eine Ebene und füllen Sie diese mit der Farbe RGB 196/155/101. Jetzt benötigen Sie einen Pinsel mit getupfter Werkzeugspitze, Grösse 35 px. Wenn sich ein solcher nicht in Ihren Vorgaben befindet, so kommen Sie nicht herum, sich einen zu erstellen. Anschliessend wird noch ein Malabstand von ca. 40 eingegeben.
Schritt 2) Auf einer neuen Ebene werden mit diesem Pinsel nun gerade Linien mit der Farbe RGB 62/32/10 gezogen.

so sollten die Wellen aussehen

Schritt 3) Diese Linien werden nun mit einem entsprechenden Werkzeug so verbogen, dass enge Wellen entstehen. Wie so etwas bewerkstelligt werden kann, können Sie im Artikel "verbogene Grafik" nachlesen. Entsprechen die Wellen Ihren Vorstellungen, so wird mit den Filtern "Störungen hinzufügen", Intensität 10, und "Bewegungsunschärfe", Distanz 10, die Maserung fertig gemacht. Nun werden die beiden Ebenen noch auf eine reduziert. Spätestens jetzt müssen Sie sich darüber Gedanken machen, welches Objekt mit diesem Muster überzogen werden soll, denn die Maserung sollte immer in Längsrichtung des Objektes aufgetragen werden. Eventuell müssen Sie das ganze Bild noch um 90° drehen.

Objekt mit fertiger Maserung

Schritt 4) Platzieren Sie das Objekt in einer Ebene über dem Holz und maskieren Sie es. Blenden Sie es jetzt aus, kehren Sie die Maske um und löschen Sie aus der Holzebene die überflüssigen Bereiche. Mit einem 3D- oder Relieffilter wird dem Objekt noch ein Körper gegeben.

Hintergrund aus Brettern

Schritt 5) Wenn Sie die Maserung als Hintergrund benutzen wollen, so ist es nötig, Bretter zu formen, denn ein so breites Brett wie in unserem Fall würde ziemlich unnatürlich aussehen. Dazu wird ein neues Bild mit den gleichen Maßen geöffnet und die Originalebene dorthin kopiert. Im neuen Bild zeichnen Sie jetzt ein Auswahlrechteck, das der ganzen Länge der Maserung entspricht und eine Breite besitzt, die einem natürlichen Brett nahekommt. Der Auswahl-Inhalt wird kopiert und ins Originalbild auf einer neuen Ebene eingefügt. Jetzt verschieben Sie die Auswahl an eine andere Stelle und wiederholen diese Schritte. Das machen Sie so oft, bis der Hintergrund endgültig "zugenagelt" ist.

die Grundstruktur


Stein
Schritt 1) Öffnen Sie ein neues Bild, füllen Sie es mit hellgrauer Farbe und suchen Sie sich gleich eine dunkel-graue Farbe als Hintergrund aus. Mit dem Filter "Wolken" schattieren Sie jetzt solange, bis Ihnen die Farbverteilung gefällt. Sollten Sie so einen Filter nicht besitzen, so können Sie sich behelfen, indem Sie mit der Sprühdose (großflächiger Sprühnebel) die beiden Farben ineinandersprühen und anschliessend mit dem "Gaussschen Weichzeichner" zusammenfließen lassen.

der Granit-Effekt

Schritt 2) Rufen Sie den Strukturfilter auf und suchen Sie sich eine Struktur aus, die möglichst kleinkörnig und unregelmässig ist. Wir haben in Photoshop die Struktur "Sandstein", Skalierung 88, Relief 7 ausgewählt.
Schritt 3) Jetzt ist der Filter "Unscharf maskieren" (den gibt es in fast allen Grafikprogrammen und ist auch eine einheitliche Bezeichnung) dran mit den Werten: Winkel 360°, Radius 59, Schwellwert 87. Dadurch entsteht der körnige Glitzereffekt und die Struktur ist nun fertig.

ein fertiger Meilenstein

Schritt 4) Jetzt gilt es, wie im Falle "Holz", ein Objekt aus dem Granit zu formen. Dazu verfahren Sie genauso wie oben beschrieben. Als Zugabe zeigen wir Ihnen noch, wie man Schrift in den Stein "meisselt".
Schritt 5) Auf einer neuen, obersten Ebene wird in der Vordergrundfarbe der Schriftzug geschrieben. Mit dem Relieffilter wird diesem nun ein negativer, nach innen laufender 3D-Effekt zugeordnet. Damit allerdings die Steinstruktur erhalten bleibt, müssen Sie nun einen der folgenden Schritte ausführen.
Schritt 6a) Besitzer von High-Tech-Programmen haben es jetzt leicht. Die Ebenendeckkraft bleibt auf 100%, die Flächendeckkraft wird auf 0% heruntergeschraubt. Damit bleiben nur Schatten und Belichtung sichtbar, die Steinstruktur kommt voll durch.
Schritt 6b) Besitzen Sie keinen Flächendeckkraft-Regler, so können Sie folgenden Trick anwenden. Bauen Sie sich einen Verlauf von Vordergrundfarbe, Deckkraft 20%, zu Vordergrundfarbe, Deckkraft 20%. Damit füllen Sie jetzt den Schriftzug. Wenn Sie nun den Relieffilter anwenden, so sollten auch hier nur noch die Ränder sichtbar sein.

eine matte Kugel


Matte Oberflächen
Diese können, wie im Kapitel "Verläufe" beschrieben, sehr leicht nachgebildet werden, da die Farbstruktur erhalten bleibt und nur die Beleuchtung diffus reflektiert wird. Sie brauchen sich dazu nur einen Verlauf von fast weiß (mit einem Hauch des Grundfarbtones) über den Farbton selbst bis zu einer sehr dunklen Variante basteln und das Objekt damit füllen.

Dialogfeld für das Relief


Glänzende Oberflächen
Diese sind ohne High-Tech-Software ausgesprochen schwierig herzustellen. Glanz entsteht bekanntlich dadurch, dass die Umgebung vom Objekt gespiegelt wird. Und eine Computergrafik besitzt bekanntlich keine solche. Ausserdem haben sämtliche reflektierten Kanten scharfe Abgrenzungen, welche sich der Form anpassen. Da helfen auch Weichzeichner und Relieffilter nicht weiter.

Dialogfeld für die Glanzberechnung

Sie können ohne Zuhilfenahme von speziellen Glanzfiltern oder Plug-Ins einen Glanz nur erzielen, wenn Sie mit viel Geduld einzelne Teile mit dem Lasso maskieren und diese dann mit Farbschattierungen füllen. Vorher sollten Sie sich aber an einigen glänzenden Objekten genau ansehen, wie die Lichter und Schatten verlaufen.

Herz aus Gold

Mit einer Grafiksoftware, die Glanzfilter bietet, ist das Herstellen einer solchen Oberfläche kein Problem. Diese Filter errechnen über eine fingierte Umgebung den richtigen Effekt, man kann sogar die Umgebungsvarianten in Form von "Glanzkonturen" einstellen. Die beiden nebenstehenden Dialogfelder zeigen die Einstellungen für das Goldherz. Mit Tonwertkorrektur, Gradationskurve und Farbtonregler können Sie auf diese Weise jede Oberfläche gestalten. Nehmen Sie für Chrom ein sehr helles Grau-Blau, für Stahl ein mittleres Grau, für Gold ein rötliches und für Messing ein grünliches Gelb. Der Glanzlack eines Autos ist dann nur mehr Geschmacksache.

Herz aus Glas


Glas
Noch einen Schritt weiter geht es, Glas nachzubilden. Hier wird nicht nur die Umgebung gespiegelt, sie scheint zusätzlich noch durch.
Schritt 1) Wie beim Goldherz beschrieben wird ein reinweisser (RGB 255/255/255) Glanzkörper hergestellt.
Schritt 2) Die Flächendeckkraft wird nun auf ca 50% gestellt, je nachdem, wie durchscheinend das Glas nachher wirken soll.

mit Lasso maskierte Konturen

Diejenigen, die keinen Flächendeckkraft-Regler besitzen, können folgende Methode anwenden.
Kopieren Sie die Ebene mit dem Glaskörper und schalten Sie die Originalebene aus. Maskieren Sie mit dem Lasso zuerst den äusseren Bereich, schalten Sie "subtrahieren" ein und maskieren Sie jetzt den inneren Bereich. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Lichterpartien möglichst ausgespart bleiben. Kehren Sie die Maske um und löschen Sie alles, so dass nur (in unserem Fall) der Kranz übrig bleibt. Sie können die Maske nun entfernen. Die Originalebene wird nun eingeschaltet und auf Deckkraft 50% gestellt, die darüberliegende Kopie auf Deckkraft 60%.


Wie gesagt, diese Beispiele sollen zum Nachdenken und Experimentieren anregen. Wahrscheinlich gibt es in anderen Programmen andere Lösungen. Doch wenn wir Ihnen hiermit Anhaltspunkte liefern konnten, so hat dieser Artikel bereits seine Aufgabe erfüllt.

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